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hreflang ohne Fachchinesisch — woran Google erkennt, welche Sprachfassung wohin gehört

Berger+Team · 21.10.2026

Thema: Mehrsprachige Website

Wer in Bozen, Mailand oder München nach deinem Betrieb sucht, erwartet die Antwort in seiner Sprache. Für Google ist das keine Selbstverständlichkeit. hreflang ist die Angabe, mit der eine Website Google mitteilt, unter welchen Adressen es denselben Inhalt in anderen Sprachen gibt. Mehr tut sie nicht: Die Angabe ordnet zu — sie stuft nicht höher ein.

Damit die Zuordnung klappt, braucht es vier Dinge: eine eigene Adresse je Sprache, Verweise in beide Richtungen, eine Rückfall-Fassung namens x-default und eine Sitemap, die alle Fassungen kennt. Dieser Beitrag geht sie der Reihe nach durch, am Beispiel eines Weinguts in Kaltern mit einer Seite zur Weinverkostung auf Deutsch, Italienisch und Englisch. Danach kommen die drei Fehler, die hreflang in der Praxis am häufigsten aushebeln.

Was hreflang ist — in einem Satz.

hreflang ist ein unsichtbarer Verweis im Kopfbereich einer Seite, der sagt: „Diese Seite gibt es auch auf Italienisch, und zwar unter dieser Adresse." Google beschreibt den Zweck in seiner Anleitung zu lokalisierten Seitenversionen so: Die Angaben helfen der Suche, Nutzern die passende Fassung nach Sprache oder Region zu zeigen.

Beim Weingut nennt die deutsche Seite drei Adressen:

  • Deutsch: /de/weinverkostung
  • Italienisch: /it/degustazione-vini
  • Englisch: /en/wine-tasting

Die Sprache steht dabei als kurzer Code: de, it, en. Ein zusätzlicher Ländercode wie de-AT ist nur nötig, wenn du für verschiedene Länder verschiedene Fassungen in derselben Sprache pflegst. Für die meisten Betriebe in Südtirol ist das nicht der Fall.

Ohne eigene Adresse gibt es nichts zu verknüpfen.

hreflang kann nur auf Adressen zeigen: Existiert die italienische Fassung nicht unter einer eigenen Adresse, sondern nur als Umschaltung im Browser, hat der Verweis kein Ziel. Warum dieselbe Grenze auch für KI-Systeme gilt, steht im Beitrag Ein Übersetzungsknopf macht aus einer Website keine drei.

Am klarsten ist ein Sprachpräfix: Jede Adresse beginnt mit der Sprache, also /de/, /it/ oder /en/. So erkennt man die Sprache schon an der Adresse, und keine Fassung versteckt sich unter der blanken Domain. In btlabs Core ist dieses Präfix Pflicht, auch für die Hauptsprache Deutsch. Idealerweise ist auch der Rest der Adresse übersetzt: /it/degustazione-vini liest sich für italienische Suchende natürlicher als /it/weinverkostung.

Verweise zählen nur in beide Richtungen.

hreflang wirkt nur, wenn sich die Fassungen gegenseitig nennen: Die deutsche Seite verweist auf die italienische, und die italienische verweist zurück auf die deutsche. Google hält fest, dass die Angaben ignoriert werden, wenn zwei Seiten nicht wechselseitig aufeinander zeigen. Die Begründung von Google leuchtet ein: Sonst könnte jede fremde Website behaupten, die italienische Fassung deiner Seite zu sein.

Dazu gehört ein Detail, das oft fehlt: Jede Fassung nennt auch sich selbst. Die italienische Seite des Weinguts führt also dieselbe Liste wie die deutsche — alle drei Adressen, die eigene eingeschlossen.

x-default: die Fassung für alle anderen.

x-default ist die Fassung für alle, deren Sprache du nicht anbietest, etwa für einen Gast aus den Niederlanden, dessen Browser auf Niederländisch steht. Google nennt die Angabe optional, empfiehlt sie aber, damit du selbst bestimmst, was in diesem Fall erscheint.

Welche Seite das ist, ist eine Entscheidung, keine Vorschrift. Üblich sind die Hauptsprache, die englische Fassung oder eine eigene Sprachauswahl. Für ein Weingut mit vielen internationalen Gästen kann Englisch naheliegen, für einen Handwerksbetrieb im Unterland eher Deutsch oder Italienisch. Wichtig ist nur, dass x-default gesetzt ist und in allen Fassungen auf dieselbe Seite zeigt.

Die Sitemap hält alle Fassungen zusammen.

Die hreflang-Angaben können statt im Kopf jeder Seite auch in der Sitemap stehen, also in der Datei, die Suchmaschinen alle Adressen einer Website auflistet. Google nennt drei Wege: im Kopfbereich der Seite, in der Antwort des Servers (gedacht für Dateien wie PDFs) oder in der Sitemap. Dort bekommt jede Adresse die Liste all ihrer Sprachfassungen mit, wieder samt sich selbst.

Der Vorteil der Sitemap: Eine einzige Datei zeigt, ob die Verknüpfung vollständig ist — statt dass du dreißig Seiten einzeln öffnest. In btlabs Core entstehen die Sitemaps getrennt nach Inhaltsart, etwa für Seiten und für Beiträge, und jede Adresse darin trägt ihre Sprachfassungen mit hreflang-Angaben. Was das System nicht übernimmt: die Sitemap bei Google einzureichen. Das ist ein einmaliger Schritt in der Google Search Console, und nur dort siehst du, ob Google sie lesen konnte.

Drei Fehler, die hreflang aushebeln.

Die häufigsten hreflang-Fehler stecken nicht im Code, sondern in gut gemeinten Entscheidungen.

Automatische Weiterleitung nach Browsersprache

Eine Website, die Besucher je nach Browsersprache automatisch umleitet, versteckt die anderen Fassungen — vor Menschen wie vor Google. Google rät in seinen Hinweisen zu mehrsprachigen Websites ausdrücklich davon ab. Dazu kommt ein technischer Grund: Googles Crawler schickt laut Google keine Spracheinstellung mit und ruft in der Regel von Adressen in den USA ab. Eine Weiterleitung nach Sprache oder Standort zeigt ihm also womöglich immer nur dieselbe Fassung.

In Südtirol kommt ein Alltagsproblem dazu: Die Browsersprache ist nicht immer die Wunschsprache. Der Rechner im Büro steht auf Deutsch, die Buchhalterin liest lieber Italienisch. Besser als jede Automatik ist ein gut sichtbarer Sprachumschalter, der zur passenden Fassung derselben Seite führt — und nicht zurück auf die Startseite.

Übersetzungen ohne Adresse, Adressen ohne Übersetzung

Der erste Teil ist bekannt: Eine Übersetzung, die erst im Browser entsteht, hat keine Adresse und damit kein Ziel für hreflang. Weniger bekannt ist der umgekehrte Fall: eine italienische Adresse, unter der deutscher Text steht, weil die Übersetzung noch fehlt. Google bestimmt die Sprache einer Seite nach eigener Aussage aus dem sichtbaren Inhalt, nicht aus der Adresse und nicht aus Angaben im Code. Für Google ist diese Seite also deutsch, und ein hreflang, das sie als italienisch ausweist, widerspricht dem, was Google selbst liest.

btlabs Core ist hier bewusst streng: Eine nicht übersetzte Seite ist in der Fremdsprache gar nicht erreichbar, statt deutschen Text unter einer italienischen Adresse auszuliefern. Das kann man als Lücke empfinden. Es ist eine Entscheidung für Signale, die stimmen.

Fehlende Rückverweise

Rückverweise fehlen selten von Anfang an — sie gehen bei späteren Änderungen verloren. Eine neue englische Seite kommt dazu, aber die deutsche und die italienische werden nicht angepasst. Oder eine Adresse wird in einer Sprache umbenannt, und die anderen Fassungen zeigen weiter auf die alte. Weil Google einseitige Verweise ignoriert, ist die Zuordnung dieser Seite dann still weg, und auf der Website selbst sieht man davon nichts.

Die Stichprobe dauert zwei Minuten: Öffne eine Seite, lass dir den Seitenquelltext anzeigen (Rechtsklick oder Strg+U) und suche nach „hreflang". Stehen dort alle Sprachen samt x-default? Dann dieselbe Probe auf der italienischen und der englischen Fassung.

Was hreflang nicht tut.

hreflang ist keine Stellschraube für bessere Positionen, sondern für die richtige Fassung. Google beschreibt die Angabe als Hilfe, Suchenden die passende Sprachfassung zu zeigen; von einer besseren Einstufung ist dort keine Rede. Eine Seite, die auf Italienisch nicht gefunden wird, wird durch hreflang nicht plötzlich gefunden. Wo Google aber ohnehin eine deiner Fassungen zeigen würde, hilft hreflang, dass es die richtige ist.

Genauso wenig übersetzt hreflang etwas, und es erzwingt nichts. Auch bei sauberen Angaben entscheidet Google selbst, welche Fassung es wem zeigt.

Für KI-Assistenten gibt es keine vergleichbare Anleitung wie die von Google: Ob und wie sie hreflang auswerten, ist offen. Sicher ist nur die Grundlage darunter — eine Maschine kann nur lesen, was sie unter einer eigenen Adresse abrufen kann. Warum sich drei saubere Fassungen gerade in Südtirol lohnen, steht in Drei Sprachen, eine Zitierfähigkeit.

Kurz geprüft.

Ob Google die Fassungen richtig zuordnen kann, lässt sich für jede mehrsprachige Website an fünf Punkten prüfen:

  • Jede Sprache hat eine eigene Adresse, am besten mit Sprachpräfix.
  • Jede Fassung nennt alle anderen und sich selbst.
  • x-default ist gesetzt und zeigt überall auf dieselbe Seite.
  • Die Sitemap führt alle Sprachfassungen mit.
  • Niemand wird ungefragt nach Browsersprache umgeleitet.

Wie btlabs Core die Sprachfassungen im Fundament verankert, zeigt die Seite zur mehrsprachigen Website. Und wenn du wissen willst, ob die Sprachverweise deiner eigenen Website stimmen: Schreib uns, wir schauen gemeinsam in den Quelltext.

Häufig gestellte Fragen.

Mehrsprachig — wackelt das?

Nein. Deutsch, Italienisch und Englisch sind im Kern verankert — übersetzte URLs, saubere Sprachsignale, eine Pflege-Oberfläche. Keine nachträglichen Übersetzungs-Behelfe. Mehr: Mehrsprachige Website im Detail.

Muss ich meine Sitemap selbst bei Google einreichen?

Nötig ist es nicht: Deine robots.txt nennt die Sitemap, darüber findet Google sie von selbst. Empfehlenswert ist es trotzdem, sie einmal in der Google Search Console einzutragen — das gehört zur Einrichtung, die rund eine Viertelstunde dauert, und nur dort siehst du, ob Google sie lesen konnte. Danach ist nichts mehr zu tun: Die Sitemap aktualisiert sich selbst, sobald du etwas veröffentlichst.

Was ist für Google technisch schon eingebaut?

Die technische Grundlage für Suchmaschinen gehört bei btlabs Core zum Fundament: XML-Sitemaps je Inhaltsart, sprechende Adressen mit automatischer 301-Weiterleitung, wenn du eine Adresse änderst, Canonical-Angaben, Robots-Steuerung je Seite und strukturierte Daten nach Schema.org. Jede Seite wird fertig vom Server ausgeliefert, sodass auch Crawler, die kein JavaScript ausführen, den vollständigen Inhalt sehen. Ehrlich dazu: Die Sofortmeldung über IndexNow erreicht Bing und andere, aber nicht Google — und eine Platzierung oder Sterne in den Suchergebnissen kann niemand garantieren.

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